Verantwortlicher Umgang mit Nanotechnologien
Bericht und Empfehlungen der NanoKommission der deutschen Bundesregierung 2008
Die Deutsche NanoKommission hat es sich zur Aufgabe gemacht, Nutzen und Risiken von Nanotechnologien im Sinne des Vorsorgeprinzips zu betrachten und nachhaltige Innovationen zu fördern. In einer Situation von unzureichendem Wissen stellt sie Kriterien für eine vorläufige Bewertung von Nutzen und Risiken zur Verfügung und formuliert grundlegende Prinzipien eines verantwortungsvollen Umgangs mit Nanomaterialien.
Die NanoKommission wurde Ende 2006 als zentrales nationales Dialoggremium der Bundesregierung geschaffen und hat sich zu einer wichtigen Plattform für die verschiedenen Interessengruppen entwickelt. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Unternehmen, Umwelt- und Verbraucherorganisationen, Gewerkschaften, Ministerien und Behörden arbeiten gemeinsam an konkreten Lösungsansätzen. Chancen und Risiken von Nanomaterialien, damit verbundene wissenschaftliche und technische Fragen sowie Querschnittsthemen wie Transparenz und Information standen gleichermaßen im Mittelpunkt der Arbeit.
Die Arbeit erfolgt vor dem Hintergrund eines starken wirtschaftlichen und staatlichen Engagements in Deutschland, das die Forschung und Entwicklung von nachhaltigen Anwendungen der Nanotechnologien fördert und ausbaut.
Deutschland verfügt über eine vergleichsweise umfangreiche Dialogtradition, bei der gesellschaftliche Gruppen bereits seit 2003 in verschiedenen Formen an der Debatte zu Nutzen und Risiken von Nanotechnologien beteiligt sind. In der Öffentlichkeit ist das Thema Nanotechnologie bereits angekommen. Jeder zweite kann Konkretes mit dem Begriff „Nano“ anfangen. Unter denjenigen, die wissen, was Nanotechnologien sind, herrscht derzeit eine mehrheitlich positive Grundstimmung auch wenn kritische Fragen zum Gesundheitsschutz bei der großen Mehrheit bereits präsent sind. Die Verbraucherinnen und Verbraucher wünschen sich mehr Informationen. Auch bei Experten werden mehr Informationen benötigt, um Kriterien der Risikobewertung von Nanomaterialien weiter zu entwickeln und international Standards auszubauen.
Die Deutsche NanoKommission (16 Mitglieder) hat sich durch drei Arbeitsgruppen (je etwa 20 Personen) unterstützen lassen. Die Diskussionskultur war von einer großen Offenheit und Lernbereitschaft geprägt. Jedoch bestand die Herausforderung immer wieder darin, ein hohes Maß an inhaltlicher Differenzierungsarbeit zu leisten und gleichzeitig die verschiedenen Erfahrungen und Interessen zusammen zu führen. Von allen Arbeitsgruppen wurden schriftliche Ergebnisse vorgelegt, die in den vorliegenden Abschlussbericht eingeflossen sind.
Für den vorliegenden Bericht wurden die Beiträge der Arbeitsgruppen teilweise gekürzt und zusammengefasst. Die wissenschaftlich vertiefenden Originaldokumente sind im Internet verfügbar unter: www.bmu.de/nanokommission.
Herausgeber: NanoKommission der deutschen Bundesregierung
Umfang: 72 Seiten
Stand: November 2008


