Aus Verantwortung für die Zukunft
Es ist unbestreitbar, dass wir uns – trotz aller Anstrengungen – noch immer den Grenzen der natürlichen Tragfähigkeit unseres Planeten nähern, seine Ressourcen überfordern und künftigen Generationen Entwicklungschancen beschneiden. Diesen Trend umzukehren und eine solche Entwicklung verhindern zu helfen bedeutet Verantwortung für die Zukunft des Planeten und seiner heutigen und künftigen Bewohner zu übernehmen. Das kann keine Nation alleine, sondern dies ist nur in konsequenter internationaler Zusammenarbeit möglich. Ich will daher die internationale Umwelt- und Entwicklungspartnerschaft auf bilateraler, europäischer und globaler Ebene konsequent ausbauen und intensivieren um ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Krisen vorzubeugen.
Die zunehmende Globalisierung erfordert einen globalen ökologischen Ordnungsrahmen, der den Schutz der Umwelt auch im internationalen Wettbewerb sicherstellt und „Umweltdumping“ verhindert. Die internationale Zusammenarbeit zur Festlegung, Anerkennung und ständigen Verbesserung ökologischer Standards und Normen muss verstärkt werden, „Handel und Umwelt“ ein Kernthema der nächsten Welthandelsrunde werden. Sowohl innerhalb der EU als auch weltweit gilt es die Strategien zur Integration des Umweltschutzes in andere Politikbereiche zu entwickeln.
Die Bedrohung des Weltklimas ist wohl die größte umweltpolitische Herausforderung. Bei den bevorstehenden Klimakonferenzen muss es daher gelingen anspruchsvolle Regeln zur Ausgestaltung des Kyoto-Protokolls zu verabschieden und zügig umzusetzen. In einem zweiten Schritt müssen die Verpflichtungen der Klimarahmenkonvention und des Kyoto-Protokolls verschärft werden.
Umweltschutz in der Antarktis
Die rund 14 Millionen km2 große Antarktis ist der kälteste und lebensfeindlichste Kontinent der Erde. Ihre teilweise über vier Kilometer dicken Eismassen enthalten rund drei Viertel aller Süßwasserreserven der Erde. Zwar ist das Ökosystem des Südpolarkontinents noch weitgehend unbekannt, dennoch ist man sich seiner Bedeutung für das weltweite ökologische Gleichgewicht bewusst. Seit der Entdeckung der Antarktis Anfang des 18. Jahrhunderts haben Forscher aus vielen Ländern versucht, die Geheimnisse dieses unwirtlichen Kontinents zu entschlüsseln. Auch heute noch ist sie unbewohnt – abgesehen von Forschungsstationen mehrerer Staaten, zu denen seit 1981 auch Deutschland gehört.
Die lange Zeit ungeregelte Müll- und Abwasserentsorgung der Forschungsstationen, ein in den letzten Jahren sprunghaft gestiegener Tourismus und die damit verbundenen Probleme sowie das Eindringen fremder Arten in das Ökosystem belasten die antarktische Umwelt. Die aber ist extrem empfindlich: Wegen der relativ geringen Artenvielfalt und des langsamen Wachstums insbesondere der wenigen auf dem Land lebenden Tierarten sind antarktische Lebensgemeinschaften nicht in der Lage, sich Umweltveränderungen anzupassen. Dies erfordert wesentlich strengere Maßnahmen zum Umweltschutz als in gemäßigten Klimazonen.
Mit dem Antarktisvertrag, dem inzwischen 46 Staaten beigetreten sind (Deutschland 1978), wurde 1959 die Entmilitarisierung dieses „sechsten Kontinents“ erreicht. Seitdem wird die Antarktis allein für wissenschaftliche und touristische Tätigkeiten genutzt, sämtliche Gebietsansprüche einzelner Staaten wurden vom Vertrag ausgeschlossen. 1991 wurde der Antarktisvertrag durch ein Umweltschutzprotokoll („Madrider Protokoll“) ergänzt, dem inzwischen 27 Staaten beigetreten sind. Mit diesem Protokoll werden heute die internationalen Bemühungen zum Schutz der Antarktis koordiniert. Kern der Vereinbarung sind ein 50-jähriges Verbot jeglicher Nutzung von Bodenschätzen, eine strenge Beschränkung des Tourismus sowie die Einführung einer Anzeige- oder Genehmigungspflicht für jegliche Tätigkeit in der Antarktis. Dies gilt auch für reine Forschungsaktivitäten. Deutschland ratifizierte das Protokoll 1994. Es trat am 14. Januar 1998 völkerrechtlich in Kraft.
Die Antarktis-Konsultativstaaten, zu denen auch Deutschland gehört, treffen sich einmal jährlich, um die Durchführung des Vertrags und des Madrider Umweltschutzprotokolls sicherzustellen. Durch den Informationsaustausch im internationalen Rahmen sollen Schutzmaßnahmen vereinheitlicht werden, um die Sicherung des antarktischen Ökosystems auf einen gemeinsamen und dauerhaften Standard zu bringen.
1. Auflage: 20.000
2. Auflage: 25.000
Umfang: 84 Seiten
Sprachen: Deutsch und Englisch








